London – In einer seltenen öffentlichen Stellungnahme hat Lady Louise Windsor, die Tochter von Prinz Edward, Herzog von Edinburgh, die seit langem bestehende Neugier im Zusammenhang mit ihrem königlichen Titel – oder vielmehr dem Fehlen eines solchen – angesprochen.

Lady Louise, heute 20 und Studentin, hat den Großteil ihres Lebens abseits des grellen Lichts des königlichen Lebens verbracht, obwohl sie eine Enkelin der verstorbenen Königin Elisabeth II. ist. Obwohl sie von Geburt an den Titel „Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Louise von Edinburgh“ tragen darf, war sie aufgrund einer Entscheidung ihrer Eltern bei ihrer Geburt immer nur als Lady Louise Windsor bekannt.
In einem informellen Interview nach einem öffentlichen Auftritt sagte Lady Louise: „Ich bin sehr glücklich darüber, wie ich aufgewachsen bin. Meine Eltern wollten, dass mein Bruder und ich ein möglichst normales Leben führen, und ich denke, das war die richtige Entscheidung.“
Die Entscheidung, den Kindern von Prinz Edward keine Fürstentitel zu verleihen, geht auf das Jahr 1999 zurück, als der Buckingham Palast bekannt gab, dass die Kinder des Grafen und der Gräfin von Wessex (wie Edward und Sophie damals hießen) als Kinder eines Grafen geführt werden sollten. Das bedeutete, dass Lady Louise und ihr jüngerer Bruder James, Graf von Wessex, ohne die Titel „Prinz“ oder „Prinzessin“ aufwachsen würden, obwohl ihnen diese Titel gemäß dem 1917 von König Georg V. ausgestellten Letters Patent zustehen.
Sophie, Herzogin von Edinburgh, erklärte zuvor, die Wahl diene dazu, den Kindern mehr Freiheit zu geben. „Sie haben die Titel, wenn sie sie mit 18 Jahren verwenden wollen, aber das ist sehr unwahrscheinlich“, erklärte sie in einem Interview. „Sie werden mit dem Verständnis erzogen, dass sie höchstwahrscheinlich für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen.“
Lady Louises jüngste Äußerungen scheinen die Gefühle ihrer Mutter widerzuspiegeln. Sie räumte zwar ein, dass ihr der Titel einer Prinzessin zusteht, schien aber dennoch zufrieden damit zu sein, ihr bisheriges Leben fortzusetzen. „Für mich zählt meine Arbeit und die Art, wie ich bin – nicht der Titel vor meinem Namen“, sagte sie.
Experten des Königshauses sehen in ihrer Aussage ein Zeichen für die sich wandelnde Beziehung der Monarchie zu Titeln und Status. „Sie spiegelt einen moderneren Ansatz wider“, sagte die königliche Kommentatorin Emily Carter. „Louise ist ein Mitglied der königlichen Familie, aber sie geht ihren eigenen Weg – und sie legt eindeutig Wert auf ihre Privatsphäre und Unabhängigkeit.“
Vorerst setzt Lady Louise ihr Studium im Stillen fort und nimmt an ausgewählten königlichen Veranstaltungen teil, insbesondere an solchen im Zusammenhang mit ihrem verstorbenen Großvater Prinz Philip, dessen Leidenschaft fürs Kutschenfahren sie teilt. Ihre jüngsten Worte machen deutlich, dass sie ihren eigenen Weg geht, ob mit oder ohne Titel – eine Entscheidung, die perfekt mit ihrer Erziehung im Einklang zu stehen scheint.