Die Morgenluft vor dem Familiengericht von Manhattan schnitt durch Mäntel und Schals – Bild

Die Morgenluft vor dem Familiengericht von Manhattan schnitt durch Mäntel und Schals

„Krankenwagen, sofort!“, brüllte Richter Harris, sein Gesicht kreidebleich. Als die Sanitäter Emily hochhoben, riss eine silberne Kette und fiel von ihrem Hals. Ein kleines Medaillon fiel zu Boden und öffnete sich. Darin befand sich eine handbemalte blaue Jasminblüte.

Samuel Harris erstarrte. Er hatte dieses Medaillon vor 33 Jahren für die einzige Frau entworfen, die er je geliebt hatte.

Teil II: Das Schlangennest

Das Laurel Heights Medical Center war ein Labyrinth aus weißen Wänden und piepsenden Geräten. Emilys Zustand war stabil, doch der Herzschlag des Babys war auf dem Monitor unregelmäßig und zackig.

Zwei Stockwerke tiefer telefonierte Jason Whitman mit einem Prepaid-Handy. „Sie lebt noch“, zischte er einem Helfer zu. „Der Tritt hat sie nicht getötet. Wenn das Baby überlebt, wird der DNA-Test gemacht, und ich verliere das Erbe. Es muss wie eine Komplikation aussehen. Ich will morgen früh ein trauernder Witwer sein.“

Der Schatten in der Ecke
Um 2:00 Uhr nachts schlich sich eine Krankenschwester in Emilys Zimmer. Sie überprüfte nicht die Vitalwerte, sondern ging direkt zum Infusionsbeutel mit einer Spritze voller Kaliumchlorid.

Als die Nadel in der Luft schwebte, umklammerten eiserne Finger das Handgelenk der Krankenschwester.

„Was genau verabreichen Sie da?“, fragte Richter Samuel Harris und trat aus dem Schatten. Er hatte sechs Stunden lang in der dunklen Ecke gesessen.

Die Spritze zersprang auf dem Boden. Samuel zwang die Frau in die Knie. „Ich bin Bundesrichter. Sagen Sie mir, wer Sie bezahlt hat, sonst sehen Sie nie wieder die Sonne.“

„Ein Mann im schwarzen Anzug!“, schluchzte sie. „Er hat mir zehntausend Dollar bezahlt!“
Samuel sah seine Tochter an – das Kind, von dessen Existenz er nichts gewusst hatte – und spürte eine Wut, die kein Gesetzbuch fassen konnte. Er griff zum Telefon. „Michael Brooks? Hier ist Sam. Hol das Team. Wir ziehen in den Krieg.“

Teil III: Die Wiedervereinigung der Blutsverwandten
Als Emily endlich erwachte, war es im Zimmer dämmrig. Sie spürte eine Hand, die ihre hielt.

„Ganz ruhig“, murmelte der Richter.

„Richter …?“, flüsterte Emily. „Warum sind Sie hier?“
Samuel schwieg. Er griff in seine Tasche und zog ein abgenutztes Foto hervor. Es zeigte ein junges Paar an einem windgepeitschten Strand. Die Frau war unverkennbar Emilys Mutter, Isabella. Um ihren Hals hing das Jasmin-Medaillon.

„Sie hat mich vor 32 Jahren verlassen“, sagte Samuel mit zitternder Stimme. „Ich habe meine Karriere ihren Träumen vorgezogen. Ich wusste nicht, dass sie schwanger war.“

Emilys Augen füllten sich mit Tränen. „Sie sagte mir, mein Vater sei ein Held. Sie sagte, er habe Leben gerettet.“

„Sie hat die Wahrheit gesagt“, flüsterte Samuel. „Nur nicht die ganze.“
Die Strategie der Jagd
Samuel war nicht nur Vater; er war ein Meister des Rechtssystems. Er wusste, dass eine Verhaftung Jasons jetzt nur zu einem langwierigen Prozess mit teuren Anwälten führen würde. Um ein Monster zu töten, musste man ihm Kopf und Herz gleichzeitig herausschneiden.
Er holte Rachel Moore, die gefährlichste Staatsanwältin des Staates, und Detective Michael Brooks hinzu. Sie nahmen nicht zuerst Jason ins Visier. Sie nahmen das schwächste Glied in der Kette ins Visier: Lauren Blake.

Teil IV: Der Verrat einer Geliebten
Lauren Blake saß in ihrem luxuriösen Penthouse und trank Wodka, um ihre Angst zu betäuben. Jason hatte nicht angerufen. Ihre Kreditkarten waren gesperrt. Sie war eine „Belastung“.

Als Detective Brooks hereinkam, hatte er keine Handschellen dabei. Er hatte eine Mappe dabei. Darin befanden sich Fotos von Sophia Reed, Jasons Ex-Verlobter, die vor fünf Jahren auf Ibiza „versehentlich“ von einem Balkon gestürzt war.

„Sie waren damals seine Assistentin, Lauren“, sagte Brooks. „Sie haben beim Putzen des Geländers geholfen. Das macht Sie zur Komplizin eines Mordes. Zwanzig Jahre lang.“

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